Gerettet: das Langschnäuzige Seepferdchen

Seahorse - back from the brink

Wir bei SEA LIFE sind sehr stolz auf alle unsere Schutzprogramme, aber wenn es eine Sache gibt, die uns ausmacht und von anderen unterscheidet, ist es unser Engagement bei der Zucht von Seepferdchen. Unsere Arbeit mit den Seepferdchen ist eine der größten Erfolgsgeschichten für die Tierwelt der letzten Jahre.

Seepferdchen sind empfindliche Geschöpfe und sehr anfällig gegenüber Umweltverschmutzungen und so ist es kaum verwunderlich, dass ihre Zahlen seit der industriellen Revolution stetig zurückgegangen sind. Es gab eine Zeit, da waren sie an der ganzen Süd- und Westküste Großbritanniens verbreitet. In den 1960er Jahren galten sie bereits als so gut wie ausgestorben, wenn auch ein oder zwei von ihnen sich jedes Jahr in Fischernetzen fanden.

Es gibt zwei Arten von Seepferdchen, die im Meer Großbritanniens heimisch sind. Das Langschnäuzige Seepferdchen, Hippocampus guttulatus, ist die einzige Spezies die sich vor der Küste des britischen Festlands auch vermehrt haben. Die weniger häufigen Kurzschnäuzigen Seepferdchen, Hippocampus Hippocampus, brüten um die britischen Kanalinseln. Einzelne Exemplare sind dafür bekannt, in den Ärmelkanal hinauszuschwimmen.

Durch Zufall wurden im Jahr 1995 sieben Langschnäuzige Seepferdchen innerhalb von vierzehn Tagen von den Fischern der Weymouth Bay gefangen, welche sie lebend zum SEA LIFE Weymouth brachten. Dank großer Sorgfalt und Aufmerksamkeit unserer Meeresbiologen haben alle überlebt.

Die Weymouth Seepferdchen begannen innerhalb von Wochen sich zu "umwerben", aber die erste Brut von mehr als 200 Babys schaffte es leider nicht, da die Biologen, so sehr sie sich auch bemühten, keine geeignete Nahrung für sie finden konnten. Glücklicherweise war das SEA LIFE in der Lage, Plankton aus seinem Meerwasserbecken abzuschöpfen als die zweite Brut schlüpfte. Dies erwies sich als die perfekte Babynahrung.

Hunderte von Langschnäuzigen Seepferdchen, welche mehrere Generationen repräsentieren, wurden inzwischen erfolgreich aufgezogen ... und dieser Erfolg hat SEA LIFE dazu gebracht, auch die Nachzucht anderer Arten zu versuchen. Aufgrund dieses unglaublich erfolgreichen Zuchtprogramms ist Weymouth weltweit für seine Fähigkeiten bekannt geworden. Rat zu Haltung und Ernährung wird von Biologen von Großaquarien aus der ganzen Welt gesucht.

Das Programm dient zwei Zwecken. Erstens führt das Wissen, welches weitergegeben wird, dazu, dass viele Aquarien Ihre Tiere nicht aus der Wildnis fangen müssen. Es zeigt zudem Hobby-Aquaristen, dass die Zucht nicht einfach ist. Es ist sehr schwierig, angemessene Pflege für Seepferdchen in einer Wohnumgebung zu bieten.
Bis heute hat das SEA LIFE Weymouth zehn Arten nachgezüchtet. Dazu gehören einige bemerkenswerte Erstzuchten in Gefangenschaft - das indonesische Zebraschnauzen-Seepferdchen Hippocampus barbouri und das Stachelige Seepferdchen Hippocampus Spinosissimus. Letztere wurden von einem Pärchen geboren, welches illegal von Schmugglern eingeführt und vom Zoll in London Heathrow beschlagnahmt wurde. So gelangten sie ins SEA LIFE.

Andere Arten wie die Neuseeland-Topfbauchpferdchen, das schlanke Hippocampus reidi aus der Karibik und Seepferdchen aus dem Pazifik, dem Roten Meer und dem Indischen Ozean wurden ebenfalls mit Erfolg nachgezüchtet.

Das Programm ist so erfolgreich, dass Weymouth 2003 die Abteilung National Seahorse Breeding and Conservation eröffnete. Es wurden dort bereits so viele Baby-Seepferdchen aufgezogen, dass weitere Zuchtanlagen inzwischen an vielen anderen SEA LIFE Standorten eingerichtet wurden.


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