Regionale Projekte
SEA LIFE Hannover

Gelbbauchunken

Gelbbauchunken leben bevorzugt in Gebieten, in denen Wälder oder verbuschte Flächen mit Offenlandschaften wechseln. Sie benötigen besonnte, vegetationsarme Flachgewässer zur Fortpflanzung. Heutzutage findet man Gelbbauchunken meist nur noch in Lebensräumen, in welchen menschliche Tätigkeit regelmässig neue Tümpel entstehen lässt. Dies sind zum Beispiel Bodenabbaugebiete wie Steinbrüche, Kies-, Sand- und Tongruben sowie militärische Übungsplätze.


Die nördliche Grenze des Lebensraumes der Gelbbauchunke verläuft quer durch Deutschland. Deutschland beherbergt knapp 15 % des Gesamtareals der Gelbbauchunke. Daher hat Deutschland eine besondere Verantwortung zum Erhalt dieser Art. Hauptsächlich wohnen die Gelbbauchunken allerdings in Mittelgebirgsregionen und im Hügelland, daher wird die Gelbbauchunke auch häufig als „Bergunke“ bezeichnet.


Der dramatische Rückgang der Gelbbauchunke, insbesondere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist in erster Linie auf die Beeinträchtigung bzw. den Verlust ihrer Lebensräume zurückzuführen. Darüber hinaus leben die einzelnen Gelbbauunkengruppen zu weit auseinander, als dass sie sich begegnen können. Zudem wird die Gelbbauchunke auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten Deutschlands als „stark gefährdet“ und in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.


Als Bewohner von dynamischen – sich stetig verändernden – Lebensräumen benötigt die Gelbbauchunke ein gezieltes Biotopmanagement in ihren Vorkommen, welches im Wesentlichen ihren Lebensräume imitiert. Wichtig ist dabei, dass ein Lebensraum mit geeigneten Fortpflanzungsgewässern entsteht und ein Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen, wie z.B. Waldbereiche, Versteckplätze und Winterquartiere, vorhanden ist.

SEA LIFE Hannover und NABU Niedersachsen setzen sich gemeinsam für die vom Aussterben bedrohten Tiere ein, damit sie nicht aus der Landschaft und dem Bewusstsein der Menschen verschwinden. Im Rahmen einer gemeinsamen Schutzmassnahme zwischen dem NABU Niedersachsen und dem SEA LIFE Hannover werden die Gelbbauchunken in dem Grossaquarium nachgezüchtet. In speziellen und artgerecht eingerichteten Aquarien verbringen die Gelbbauchunken die erste Zeit ihres Lebens bevor sie ausgewildert werden können.

Europäische Sumpfschildkröte

Die Europäische Sumpfschildkröte gehört zur Gattung Emys. Sie ist die einzige Schildkrötenart mit natürlichen Vorkommen in Deutschland. Die Art ist jedoch stark gefährdet und gilt in weiten Teilen wie in Niedersachsen als ausgestorben. Als Kooperationspartner unterstützt das SEA LIFE Hannover die Wiederansiedlungsbemühungen der ehemals einheimischen Schildkrötenart durch den NABU Niedersachsen (Naturschutzbund Niedersachsen). Das SEA LIFE Hannover zieht dafür Jungtiere auf. Wenn die Tiere eine Grösse von mindestens 8 Zentimetern erreicht haben, können sie ausgewildert werden.

 

Die Schildkröten bevorzugen stehende und langsam fliessende strukturreiche Gewässer mit schlammigem Untergrund. Zu finden sind sie in Tümpeln, Teichen, in Verlandungszonen von Seen, in Sumpf- und Moorgebieten, und in Altarmen von Flüssen. Neben den Gewässern benötigen die Tiere offene sonnenexponierte Flächen in der Nähe für ihre Gelege.

 

Zu ihrer Lieblingsspeise gehören Schnecken, Krebstiere, Insektenlarven, Amphibienlarven, Aas und Wasserpflanzen. Leider haben auch sie natürliche Feinde. Die Jungtiere werden meist Opfer von Wildschweinen, Füchsen, Möwen, Mardern oder Raubfischen. Zudem sind Waschbären selbst für ausgewachsene Tiere eine Bedrohung.

Europäischer Flusskrebs

Im SEA LIFE Hannover ist ein Europäisches Flusskrebspärchen zuhause. Da diese bedrohten Tiere durch die Verdrängung durch andere Krebsarten und Einschleppung einer tödlichen Krankheit – der Krebspest - nur noch in wenigen Gewässern unserer Region heimisch sind, will das SEA LIFE Hannover auch hier einen Beitrag zur Arterhaltung leisten.

Wenn vom Flusskrebs die Rede ist, insbesondere mit Blick in die Vergangenheit, ist meistens der Edelkrebs gemeint, der auch als Europäischer Flusskrebs bezeichnet wird. In Norddeutschland kam ursprünglich nur diese Art vor. Alle anderen hier anzutreffenden Flusskrebsarten wurden durch den Menschen eingeführt und mit ihnen wahrscheinlich auch eine Krankheit, die »Krebspest«. Die Krebspest ist für den Edelkrebs tödlich. Als Folge sind fast alle Edelkrebsbestände zusammengebrochen.

Historisch kommt der Edelkrebs in fast ganz Europa vor. Er fehlt nur auf der Iberischen Halbinsel, in Nordengland und Irland.

Bäche, Flüsse, Seen, Teiche und Kanäle. Ein flacher und nährstoffreicher Bachunterlauf, der sich windungsreich und naturnah durch eine Niederung schlängelt stellt einen Idealen Lebensraum. Nicht selten findet man sie aber auch in kühleren Fliessgewässern höherer Lagen.

Die Nahrung des Edelkrebses besteht aus Pflanzen und Aas, vorwiegend aber aus lebenden Tieren wie Schnecken, Insekten und kleinen Wirbeltieren.

Atlantischer Lachs

Das SEA LIFE Hannover engagiert sich gemeinsam mit dem Leine-Lachs e.V. dafür, den Atlantischen Lachs für zukünftige Generationen zu bewahren.

 

Wie funktioniert die Wiederansiedlung?

Erhalten: Zurückkehrende Fische werden gefangen, um Eier und Samen abstreifen zu können. Die befruchteten Eier werden im Bruthaus des Norddeutschen Lachszentrums in Gronau künstlich erbrütet.

Pflegen: Die Jungtiere werden aufgepäppelt, bis sie auf die geeigneten Gewässer verteilt werden können.

Freilassen: Das SEA LIFE Aquarium Hannover zeigt einige der Jungtiere und entlässt sie zusammen mit dem Leine-Lachs e.V. regelmässig in die Leine.

 

Der Atlantische Lachs ist vom Aussterben bedroht. Warum eigentlich?

Es gibt mehrere Gründe: Staustufen und Wehre verhindern ein Erreichen der Laichgründe. Dazu stellt die Überfischung während seines Aufenthaltes im Meer ein großes Problem dar. Weiterhin sterben die Eier in Folge von Sauerstoffmangel durch Feinsedimente in den Lücken des Kiesbettes am Laichplatz.

 

Leine Lachs e.V. & SEA LIFE Hannover - eine Kooperation für den Atlantischen Lachs. Der Verein Leine-Lachs e.V. wurde im Jahr 2004 von Angelvereinen gegründet, die sich mit der Wiederansiedlung des Lachses in der Leine und deren Zuflüsse beschäftigen. Ca. 18.000 organisierte Angler aus 34 Vereinen von Northeim über Hannover bis nach Schwarmstedt arbeiten heute an dem Projekt mit. Ziel des Vereins ist der Aufbau einer sich selbst erhaltenden Lachspopulation in der Leine sowie die dafür notwendige ökologische Durchgängigkeit des Flusses. 

Tropische Korallen

Das SEA LIFE Hannover engagiert sich für die erfolgreiche Nachzucht von tropischen Korallen.